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verenaschlucht

Verenaschlucht

 

 

 

Keine zehn Schritte hinter dem Parkplatz der Kirche St. Niklaus bei Solothurn beginnt ein Stück vergessene Welt. Anstelleverenaschlucht von Motorenlärm hört man Vogelgezwitscher, anstelle des dröhnenden Verkehrsflusses rauscht ein Bächlein durch die Schlucht. Alles ist organisch. Selbst die Brücken mit ihren Geländern aus Ästen wirken, als ob sie gewachsen wären. Hätte Dornröschen sich aussuchen können, wo sie sich mit der Spindel sticht, sie hätte vermutlich die Verenaschlucht gewählt. In der angenehmen Kühle geht der Puls langsamer. Man grüsst andächtig leise und ist der Französischen Revolution still dankbar: Wegen dieser hat es nämlich den Baron Louis Auguste de Breteuil hierher verschlagen, der 1791 den leicht ansteigenden Weg durch die Schlucht anlegte. Am nördlichen Ende öffnet sich die Schlucht und gibt den Blick frei auf die Einsiedelei mit Kapelle, Häuschen und Grotte, an deren Nordwand 27000 Bovis-Einheiten gemessen worden sein. Dahinter endet das Stückchen vergessene Welt leider schon wieder. (Matieu Klee, Beobachter 13/08)

 

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Geschichtliches zur Einsiedelei
verenaschlucht

Die Einsiedelei St.Verena gehört zusammen mit der Eremitage in Arlesheim zu den bedeutendsten Landschaftsgärten in der Schweiz. Im Norden öffnet sich die Schlucht zu einer Lichtung mit den zwei barocken Kapellen und der Klause des Einsiedlers. In der Höhle hinter der Martinskapelle soll die Heilige Verena gewohnt und gewirkt haben. Ihr ist die Verenakapelle geweiht. Der Legende nach kam sie mit der Thebäischen Legion aus Aegypten nach Solothurn, um hier zu heilen und zu lehren. Bevor sie nach Zurzach weiterzog, hat sie viele Jahre zurückgezogen in der Schlucht gelebt.

In einem kleinen Haus in der Schlucht lebt noch heute eine Einsiedlerin. In die seit 1442 fast durchgängig von Waldbrüdern bewohnte Einsiedelei ist 2009 erstmals eine Frau in die Klause eingezogen.

Im Eingang in die Verenaschlucht bei Rüttenen in der Nähe von Solothurn gibt es ein paar Felsdächer und eine kleine Höhle, in die zwei Kapellen gebaut wurden. Eine ist dem heiligen Martin gewidmet, der zwischen 316 und 397 gelebt hat, die andere der heiligen Verena, bei der es sich um eine sehr mythische Figur handelt. Sie soll dort einmal gelebt haben. Mit ihr wird eine Wandhöhlung in Verbindung gebracht, das Verenenloch. Noch heute kann man seine Hand hineinstrecken. Eine Sage erzählt, dort habe sich Verena festgehalten, als ein Wildwasser gerade durch die Schlucht tobte und sie drohte mitzureißen. Diesem Griff ins Loch wurde eine heilende Wirkung zugeschrieben.

In den Akten von Solothurn wird erstmals ein Eremit erwähnt, der im Jahre 1442 dort gelebt haben soll.

Im 17. Jahrhundert war der Ort bekannt für seine Wallfahrten. Besonders der Pater Arsenius Sontag ist noch viel überliefert, der zwischen 1654 und 1709 dort gelebt hat. Durch ihn wurde dort ein "Heiliges Grab" geschaffen und eine Art Kalvarienberg. 1791 wurde die Schlucht durch einen Weg erschlossen.

Etwas unterhalb dieser Kirchen ist künstlich in den Fels geschlagene Räume noch zu sehen, die wohl auch mal bewohnt waren.

Viele Künstler sind hierhergekommen und haben die höchst romantischen Ort in ihren Werken wiedergegeben. Auch Carl Spitzweg kam hier auf seiner Schweizreise vorbei und die Eindrücke flossen in seine Darstellungen vom Eremitenleben stark ein.

 

Blanche Merz beschreibt in ihrem Buch Orte der Kraft in der Schweiz die Schlucht sehr treffend: „Ein legendenumwobener Ort erweckt meistens unsere Neugier, oft auch mit etwas Skepsis verbunden. Ein sehr schöner Spaziergang von einer guten Viertelstunde führt zu der in einer einladenden Waldschlucht gelegenen, wenige Kilometer von Solothurn entfernten, Einsiedelei. Zwischen die feuchten Felsen eingefügt, sind die kleinen Bauten eng mit der Natur verbunden. Auf der einen Seite steht die zierliche St. Martinskapelle, die 1663 errichtet worden ist und sich zum Teil unter den schützenden Felsvorsprung abduckt; auf der anderen Seite des Weges liegt erhöht in einer Felshöhle die St. Verenakapelle. Die ganze Anlage wirkt etwas verschlafen, umso stärker hebt sich das pulsierende Grün auf der anderen Seite des Baches ab, wo das bescheidene Häuschen des Waldbruders, des einzigen einstigen Einsiedlers, steht. Hier erfreuen blühende Blumen die lebendige Seele, die gleichzeitig in zwei Welten zu Hause ist. … Die Grabeskirche der heiligen Verena hat eine mystische Ausstrahlung; auf kleinem Raum weist sie sehr unterschiedliche Erdausstrahlungen auf. Einige Punkte haben sehr hohe Werte, wie die Muschelkalkfossilien an der Nordseite der Höhle mit 27.000 Boviseinheiten.“

Route: rund 2 Kilometer nordöstlich des Bahnhofs Solothurn von der Kirche St. Niklaus zur Einsiedelei St. Verena
Dauer: 15 Minuten


Anreise: mit dem Zug nach Solothurn, von dort mit Bus Nummer 4 Richtung Rüttenen bis Station St. Niklaus fahren; mit dem Auto: Autobahnausfahrt Solothurn Ost, dann weiter Richtung Biel/Grenchen; beim braunen Wegweiser «Einsiedelei» rechts abbiegen; Parkplätze bei der Kirche St. Niklaus
Restaurants: Restaurant Einsiedelei, Restaurant Kreuzen mit lauschigem Garten oder Restaurant Pintli bei der Kirche St. Niklaus

 

 

 

 

 

 

 

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